Samstag, 27. April 2013

#26 Ich bin keine Spielfigur!


Nach einer langen Zeit melde ich mich mal wieder zurück. Wie es mir geht? Worte könnten es nicht beschreiben, Verzeihung. Im Moment versuche ich mich zu ordnen, einen Rhythmus zu bekommen, meine Gedanken zu kontrollieren, mich zu intigrieren. Ist wirklich nicht sehr einfach. Mittlerweile glaube ich, dass mich meine Mitmenschen wirklich für krank halten. Am meisten fehlt mir gerade jemand mit dem ich bedingungslos, frei und unbeschwert reden kann. Hier ist nur leider keiner, haha.

Mir kommt alles wieder hoch, meine Tränen sprießen aus mir raus, ohne Vorwarnung. Meine Gedanken befinden sich im Krieg. Ich kann noch gerade so stehen, ob das am Alkohol liegt oder daran dass ich gerade fallen möchte, kann ich bis dato nicht sagen. Zum Glück ignorieren mich gerade alle, keiner achtet auf mich. Es ist schon peinlich genug das ich immer als Depressiv dargestellt werde, schlimmer noch wenn es sich für sie bestätigt in dem sie mir ins Gesicht sehen. Vergraben hinter meinem Schal versuche ich meinen Gedanken, die mir gerade den Abend versauen, zu entkommen. Die Aufmerksamkeit ist urplötzlich auf mich gerichtet. Vielleicht ist es nur Spaß. Ja, es ist definitiv nur Spaß für sie, meine Freunde. Ich kann ja nicht verlangen, das sie mir ansehen, in was für einem Krieg ich mich gerade befinde. Ein paar Witze, einige Sticheleien. Ok, es wird mir zu viel. Mit aller Kraft suche ich meine Sachen zusammen. Ich will nach Hause. In der Hoffnung das keiner auf mich achtet greife ich den Rucksack und die Tüte um davon zu eilen. Falsch gedacht. Du stellst dich vor mir, willst mich aufhalten zu gehen, nimmst mich in den Arm. "Was soll das? Ich will doch nur nach Hause. Lass mich los, bitte!" - "Nein, du bleibst hier. Willst du uns den Abend versauen?" - "Deswegen will ich ja nach Hause, damit ich euch den Abend nicht versaue. Lass mich bitte jetzt los!!" Es ist als spreche ich gegen eine Wand, die mich erdrückt. Da ist nirgends ein Ausweg. "Nein, Lucy. Du bleibst hier! Stell deine Sachen ab und setz dich wieder hin." Ich habe den Krieg verloren. Irgendwas bricht in mir auf. "Ich bin keine scheiss' Spielfigur! Lass mich gehen!" Ich wiederhole mich abermals, aber keine Reaktion. "Was hat das denn mit Spielfigur zu tun?" Du hast keine Ahnung, was in meinem Kopf gerade explodiert. Sorgsam geordnete Gedanken, verpackt in dem Karton auf dem steht:" Vergessen. ". Irgendjemand hat ihn geöffnet. Ich bin nur noch in der Lage zu heulen und zu denken "Ich bin keine Spielfigur!!!". Ständig murmle ich es vor mich hin. Schließlich gebe ich mich geschlagen, setze mich wieder hin. Ich verstecke mich hinter meinen Tränen. Mir ist kalt, ich zittere. Warum sitze ich eigentlich immer noch hier, ich wollte doch nach Hause. Letztlich bin ich zu leicht manipulierbar. Ich bin eine Spielfigur, für euch und für das Leben. 

Kommentare:

  1. Der Text ist wunderschön. Vor allem der letzte Satz finde ich gut - wir sind alle irgendwo nur Spielfiguren in dieser Welt.

    ♥, Hoang Quynh.

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