Sonntag, 26. Mai 2013

#29 Weißt du warum ich gerne bei dir war? Bei dir konnte ich Schwäche zeigen.

In mich gekehrt und unbeholfen laufe ich durch die Gegend. Hier sind so viele Menschen, eigentlich suche ich einen verlassenen Ort.. Es regnet. Ich bin schon völlig durchnässt, es macht mir aber nichts aus. Im Moment bin ich verloren. Meine mühsam aufgebaute Mauer droht zu bröckeln, zu zerstören. Um ehrlich zu sein habe ich gerade mehr Angst das mir jemand begegnet den ich kenne, als das ich mich irgendwann komplett verliere. Meine Beine werden wackelig, selbst die Kraft zu gehen verlässt mich. Ich schaffe es noch mich zu einer nicht weit entfernten Bank zu tragen. Was ist bloß los mit mir? Ich lege mir die Hände ins Gesicht um meine Tränen vor den vorbeilaufenden Menschen zu verstecken. 'Hallo? Ist alles okay mit dir?' Erschrocken wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht und schaue zur Seite. 'Alles in Ordnung?' Jemand, anscheinend etwas älter als ich, sitzt neben mir und schaut mich verwirrt an. Ich bekomme kein Wort raus, meine Stimme ist verstummt. 'Bist du verletzt, soll ich dich ins Krankenhaus fahren?' fragt er mich. Ich versuche mich zu halten, meine Tränen zu unterdrücken, meine Schluchzen herunter zu schlucken. Versagt.. Schützend nehme ich meine Hände vors Gesicht und drehe mich weg von ihm. 'Hey? Warum weinst du denn?...' Seine Stimme wirkt hilflos. Sanft legt er den Arm um mich und  versucht mich zu trösten. Er wirkt auf einmal so vertraut, als kenne ich ihn schon eine Ewigkeit.

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