Samstag, 22. Juni 2013

#32 In der Nacht machen mir die Geräusche der Wellen irgendwie Angst.

Wir sitzen im Schneidersitz auf dem nassen, kalten Sand nebeneinander und blicken auf das Meer. Im Hintergrund höre ich ein paar Freunde lachen. Es ist wohl gegen halb 3. Der Himmel ist schwarzblau und übersät mit fein leuchtenden Punkten. Der Mond wirkt so mächtig in dieser Nacht, aber nicht stark genug um uns ausreichend Licht zu schenken. Nach einem Zug an meiner Zigarette schaue ich zu dir rüber. Du erscheinst so niedergeschlagen und dein Blick ist wie erstarrt auf den Horizont gerichtet. In diesem Moment schweigen wir uns einfach an, ziehen ab und zu an unserer Zigarette und blicken geradeaus Richtung Horizont, der in der Nacht noch weiter entfernt zu sein scheint, als am Tage. Ich könnte jetzt etwas sagen, um dich aus deinen quälenden Gedankengängen zu befreien, aber mir ist es lieber das es dir jetzt schlecht geht, wenn jemand ich dir bin, als wenn es dir schlecht gehen würde wenn du alleine bist und niemand dir zur Seite stehen kann. Vielleicht würde ich auch keine passenden Worte finden. Stattdessen blicke ich auf das Meer, dessen schwarze Wellen in der Nacht wie Angst einflößende Monster aussehen die alles verschlucken was ihnen in die Quere kommt. Irgendwie habe ich diesen Gedanken laut ausgesprochen, ohne es zu wollen. Ich spüre wie du deinen Arm um mich legst und mich fragst ob ich Angst habe. -Ja.- Antworte ich. Ob ich mit -Ja.- meine das ich Angst vor den schwarzen Wellen habe oder vielleicht etwas ganz anderes meine, ist in diesem Moment total egal. 

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